Type O Negative
Das Phänomen Type O Negative um den Frontschrank Peter "Petrus" Steel startet ebenso kontrovers und skandalträchtig in die Musikwelt, wie dessen Vorgängerband Carnivore aufgehört hat - mit hasserfüllten, teils sexistisch und nationalsozialistisch wirkenden Songtiteln und -texten und anstössigen Plattencovers. Trotz der seit jeher quasi unkopierbaren musikalischen Einzigartigkeit, haben der exzentrische Pete Steel und Co-Mastermind und Keyboarder Josh Silver (selbst Jude) in den Interviews zu den ersten Alben hauptsächlich damit zu tun, diese durchaus berechtigten Vorwürfe zu entkräften und den eigentlichen Hintergrund ihrer textlichen Tiefschläge zu erklären.
Pete Steel, einigen Flaschen Rotwein selten abgeneigt, arbeitet in seinen düsteren bis bösartigen Texten gerne die eigenen, anscheinend zahlreichen negativen Erfahrungen mit Frauen, seine eigene Drogenabhängigkeit und daraus resultierende Hassgefühle gegen Gott, die Welt und die ganze Menschheit auf. Nebenbei unterhält und amüsiert der Hüne Fans und Medien als bestens bestücktes Sexsymbol im Playgirl oder durch mit feiner Regelmäßigkeit aufkommender Gerüchte seines Todes bzw. Selbstmordes.
Den berechtigten Durchbruch schaffen Type O Negative mit dem zurecht mit Edelmetall ausgezeichneten Überalbum "Bloody Kisses" und den Hit-Singles "Black No. 1" sowie dem fast beschwingt wirkenden, augenzwinkernden "My Girlfriend's Girlfriend" vom fast ebenbürtigen Nachfolger "October Rust". Soundwelten wie Texte bieten ein stetiges Wechselbad aus Todessehnsucht, Verzweiflung, Zynismus, Selbstironie, Aggression, Romantik, Sexualität, Nostalgie und Verträumtheit. In den facettenreichen Songs, die zwischen 30 Sekunden und 14 Minuten alle möglichen musikalischen Extreme ausreizen, spiegeln sich Einflüsse von Bands wie Black Sabbath, den Beatles, King Crimson, Danzig, Doom-Rockern wie St. Vitus oder Trouble aber auch alten Hardcore-Recken wie den Misfits oder eben der Vorgängerband Carnivore wieder. Über allem thront aber immer die unverkennbare Stimme und Bühnenpräsenz von Pete Steel.
Nachdem die Alben "World Coming Down" und "Life Is Killing Me" stilistisch das Motto des kultigen Debuts "Slow, Deep And Hard" untermauern, überrascht "Dead Again" neben aller Düsternis durch eine starke rockige Komponente und Homogenität.





