Paradise Lost
Paradise Lost aus England hatten schon mit ihrem Debut-Album das kultige Peaceville-Repertoire um einen ungeschliffenen Rohdiamanten bereichert. Doch der hammerharte Nachfolger "Gothic" erschütterte sowohl die Doom- als auch die Death Metal Szene mit einem düsteren Paukenschlag, der mit seinem Namen sogar ein eigenes Sub-Genre begründet hat. Roh, verzerrt, zäh und trotzdem immer mitreissend wabert der Sound aus den Boxen. Neben dem kehligen Spechgesang des Fronters Nick Holmes wird erstmals der opernhafte Gesang einer weiblichen Sängerin in diesen Sound integriert, was allein schon den unübertroffenen Titelsong unsterblich macht.
Diese Qualitäten werden über das komplexere "Shades of God" bis hin zum absoluten Meisterwerk "Icon" perfektioniert und mit dem fast ebenbürtigen "Draconian Times" kultiviert, der markige Gesang von Nick Holmes wird immer cleaner und variabler und entwickelt in der Signifikanz Parallelen zu Metallicas James Hetfield.
Leider versucht sich die Band, von der englischen Musik-Presse bis dato wie gewohnt ignoriert, an melodischeren und vermeintlich hittauglicheren Sounds, die jedoch kaum neue Fans erschliessen können. So könnte das Album "Host" durchaus als eine etwas härtere Depeche Mode Scheibe durchgehen. Mit dem etwas packenderen "Symbol of Life" und dem wieder düsteren "Paradise Lost" besinnen sich die Briten wieder mehr auf ihre eigentliche Stärken und lieder gekonnte Düster-Scheiben ab.





